Weihnachten steht vor der Tür und damit eine Zeit voller Veranstaltungen

Weihnachtsfeier im Verein
                                                
                                                    

Vereinsveranstaltungen steuerlich optimieren und Gemeinnützigkeitsrisiken minimieren

Vereine führen die unterschiedlichsten Veranstaltungen durch. Solche, die dem Zweck des Vereins entsprechen. Solche, die der Mitgliederbindung (Weihnachtsfeier) oder Mittelerwirtschaftung dienen. Oder solche, mit denen Mittel für Dritte beschafft werden (zum Beispiel Benefizveranstaltung). Jede Veranstaltung wirft unterschiedliche steuerliche Fragen auf. Und je nach Veranstaltung steht auch das Thema „Bedroht sie die Gemeinnützigkeit des Vereins?“ auf der Agenda.

Weihnachtsfeiern im Verein

Mit dem Jahresende beginnt auch die Saison der Vereinsfeiern, Vereinsbälle oder Karnevalsveranstaltungen. Die steuerliche Seite dieser Vereinsfeste ist leider selten so vergnüglich wie hoffentlich ihr Ablauf. Hier gilt es Fallen zu vermeiden und Gestaltungsspielräume zu nutzen.

Feiern im Verein sind meist eine gesellige Veranstaltung. In den meisten Fällen sind Vereinsfeiern, soweit dabei Einnahmen erzielt werden, ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Das gilt für Eintrittsgelder ebenso wie für dort verkaufte Speisen und Getränke. Eine Ausnahme für rein gesellige Veranstaltungen gilt hier nur, wenn sie in erster Linie zur Betreuung behinderter Personen durchgeführt werden. Diese Veranstaltungen können ein Zweckbetrieb sein.

Einordnung als Zweckbetrieb ist die Ausnahme

Auch bei bestimmten Vereinszwecken kann die Veranstaltung teilweise ein Zweckbetrieb sein. Das gilt zum Beispiel fürs Adventssingen eines Gesangsvereins oder für die Karnevalssitzung eines Karnevalvereins. Im Umfeld von Weihnachten, Silvester und Fasching unterstellen die Finanzbehörden aber schnell einen geselligen Charakter der Veranstaltung. Das gemütliche Beisammensein, das Essen und andere Betätigungen treten also gegenüber dem satzungszweckbezogenen Teil der Veranstaltung in den Vordergrund.

Solche geselligen Veranstaltungen sind zwar nicht gemeinnützigkeitsschädlich, sie sind aber steuerlich nicht begünstigt. Das Finanzamt ordnet deswegen oft alle Einnahmen aus der Veranstaltung dem steuerpflichtigen Bereich zu.

Solche geselligen Veranstaltungen sind zwar nicht gemeinnützigkeitsschädlich, sie sind aber steuerlich nicht begünstigt. Das Finanzamt ordnet deswegen oft alle Einnahmen aus der Veranstaltung dem steuerpflichtigen Bereich zu.

Zweck und Festveranstaltung trennen

Hier kann es helfen, Zweck- und Festveranstaltung klar zu trennen (zum Beispiel durch unterschiedliche Termine) oder zumindest innerhalb der Veranstaltung eine klare Abgrenzung zu treffen. So sollten etwa Bewirtungsbonus, die im Eintrittsgeld enthalten sind, vermieden werden. Grundsätzlich ist es zwar möglich, ein Eintrittsgeld für eine Zweckbetriebsveranstaltung, in dem Speisen und Getränke enthalten sind, per Schätzung in einen Zweckbetriebsanteil (Besuch der Veranstaltung) und einen Anteil des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (Bewirtung) aufzuteilen. Das Finanzamt kann aber den Bewirtungsanteil als Indiz für eine überwiegend gesellige Veranstaltung werten.

Bei gemischten Veranstaltungen (Kulturveranstaltung mit Tanz und Bewirtung) sollte darauf geachtet werden, dass das gastronomische Programm und das „gesellige“ Tanzen nicht in den Vordergrund tritt.

Der Weihnachtsbasar: steuerlich nicht begünstigt

Klassische Einnahmequellen zur Weihnachtszeit sind Basare mit entsprechenden, oft selbst gebastelten, Artikeln. Wie bei fast jedem Warenverkauf handelt es sich auch dabei um einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, unabhängig von der Art der verkauften Produkte.

Vorsicht bei Geschenken und kostenlose Bewirtung

Vielfach werden bei Vereinsfeiern keine Einnahmen erzielt, sondern Ausgaben für die Mitglieder getätigt, die nicht den Satzungszweck ein entsprechen. Hier ist Vorsicht geboten. Die Mittel des Vereins dürfen nämlich nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Deshalb dürfen Vereinsmitglieder keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins erhalten.

Annehmlichkeiten sind erlaubt

Keine Regel ohne Ausnahme: Annehmlichkeiten, wie sie das Lohnsteuerrecht erlaubt, können in Form von Geschenken oder Gutscheinen an Mitglieder gegeben werden, wenn die Annehmlichkeiten nach der allgemeinen Verkehrsanschauung üblich und angemessen sind. Dazu bestimmen die Lohn Steuerrichtlinien seit 2015, dass Annehmlichkeiten bis zu einem Wert von Euro 60 je Einlass gewährt werden können. Zuvor lautete der Betrag auf 40 €.

Bewirtung bei der Weihnachtsfeier als Aufmerksamkeit

Ebenfalls unschädlich für die Gemeinnützigkeit sind Aufmerksamkeiten bei einem besonderen Vereinsanlass. Dazu zählt die unentgeltliche oder verbilligte Bewirtung bei der Weihnachtsfeier. Hier gilt mit den genannten Einschränkungen ebenfalls die Obergrenze von 40 €, allerdings für alle Anlässe zusammen je Mitglied und Jahr.

Wichtig: die für Betriebsveranstaltungen geläufige Grenze für Zuwendungen an Mitarbeiter greift hier nicht (Euro 110). Es handelt sich ja in der Regel nicht (nur) um Angestellte des Vereins, die hier bewirtet werden. Außerdem setzt hier das Gemeinnützigkeitsrecht besondere Grenzen.

Umsatzfreigrenze: Den Jahreswechsel nutzen

Für die Einnahmen des steuerpflichtigen Geschäftsbetriebs gilt die Umsatzfreigrenze von € 35.000 p.a. Ist der Verein nicht bilanzierungspflichtig, gilt für die Zuordnung der Einnahmen deas Zufluss-/ Abflussprinzip. Einnahmen werden in das Jahr gebucht, in dem das Geld eingeht, Ausgaben in das, in dem sie bezahlt werden. Gerade Veranstaltungen um den Jahreswechsel bieten also Gestaltungsspielraum. Unterschreitet der Verein die Steuerfreigrenze im laufenden Jahr und fürchtet eine Überschreitung im kommenden, kann er Einnahmen ins aktuelle Jahr vorziehen

(Beispiel: Eintrittskarten für den Faschingsball im Februar werden bereits im Dezember verkauft).

Wird die Freigrenze überschritten, sollten Ausgaben dem Jahr zugeordnet werden, in dem der Gewinn am höchsten ausfällt.

 

Für weitere Informationen, Erläuterungen, Hilfestellungen und Veranstaltungshinweise zu diesem Thema steht Ihnen der Management- und Organisationsbereich Ihrer parisat jederzeit sehr gern zur Verfügung.

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Wir weisen wie immer ausdrücklich darauf hin, dass wir für die gegebenen Hinweise jegliche Haftung ausschließen, es sich nicht um eine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsberatungsgesetzes handelt und Sie sich für darüber hinausgehende Fragen bitte an ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater wenden.

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